Wie wird aus einer Geschichte eine Botschaft?

Eine Botschaft braucht zwei Dinge: die Absicht des Senders und das Verständnis des Empfängers.

👉 Die Absicht des Senders: Was möchten Sie eigentlich mitteilen? Was soll der andere von Ihnen, Ihrer Arbeit oder Ihrer Geschichte verstehen.

👉 Das Verständnis des Empfängers: Was kommt beim anderen tatsächlich an? Der Empfänger hört oder liest Ihre Botschaft immer durch seinen eigenen Erfahrungshintergrund, sein Wissen, seine Erwartungen und seine momentane Situation.

Und genau dazwischen liegt die Herausforderung: Eine Botschaft entsteht erst im Kontext. Es geht darum, etwas so auszudrücken, dass beim anderen eine möglichst klare Vorstellung davon entstehen kann, was gemeint ist.

Ein Satz kann je nach Kontext etwas völlig anderes bedeuten: «Es ist kalt hier drin» bedeutet im Hochsommer bei laufender Klimaanlage etwas völlig anderes als im Winter bei offenem Fenster.

Bevor eine Website gestaltet werden kann, muss erst einmal klar sein, was man eigentlich sagen möchte.

Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber oft nicht.

Die Botschaft kommt vor der Gestaltung

Eine Kernbotschaft muss zuerst klar sein, bevor sie eine gestalterische Form bekommen kann. Auch die Struktur der Website folgt der Botschaft: Was muss der Besucher zuerst verstehen? Welche Informationen braucht er danach? Und wohin soll ihn die Website führen? Die technische Umsetzung sorgt dann dafür, dass die Website funktioniert und gefunden werden kann.

Ein gutes Design kann eine schwache Botschaft nicht retten. Eine klare Botschaft kann jedoch durch ein unpassendes Design an Wirkung verlieren.

Wie wird aus meiner Geschichte eine verständliche Botschaft?

Der Kern ist das Fundament Ihrer Kernbotschaft. Er hilft Ihnen, aus der Fülle Ihrer Geschichte das herauszufiltern, was Sie eigentlich sagen möchten. Doch damit eine Botschaft beim anderen ankommt, muss sie auch für ihn relevant sein. Am Ende stellt sich für den Empfänger immer die entscheidende Frage: Was bedeutet das für mich?

Um aus einer Geschichte eine Kernbotschaft zu entwickeln, müssen wir:

  1. Den Kern finden – Was möchte ich eigentlich sagen?
  2. Den Empfänger verstehen – Warum ist das für ihn relevant?
  3. Die Geschichte auswählen – Welche Erfahrungen machen diesen Kern verständlich und glaubwürdig

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Gespräch mit einem Klimatechniker.

Dabei ging es um drei Fragen:

  1. Was soll beim Empfänger ankommen?
  2. Woher kommt diese Kompetenz?
  3. Welche dieser Erfahrungen helfen seinen Kunden, seine Kompetenz zu verstehen?

Ausgangslage
Der Techniker weiss genau, was er kann, aber für ihn ist das keine Geschichte.

Meine Frage
Was sollen Ihre Kunden über Sie wissen?

Seine Antwort
Sie müssen nur wissen, was ich kann.

Meine nächste Frage
Warum können Sie das heute?

Dann beginnt seine Geschichte

  • Erfahrungen mit unterschiedlichen Produkten und Anlagen
  • unterschiedliche Steuerungen
  • unterschiedlichen Störungen
  • die Fähigkeit, sich in unterschiedliche technische Logiken hineinzudenken
  • jahrelange Erfahrung
  • Freude daran, die Ursachen und Probleme zu lösen
  • Auch unter Druck Lösungen finden
  • Wartungen durchführen
  • Probleme früh erkennen

Und daraus wird sichtbar:
Seine Geschichte erklärt, was ihn heute besonders macht: die Verbindung aus vielseitiger Erfahrung und spezialisierter Fachkenntnis.

Für seine Kunden ist sie interessant, weil sie einen konkreten Nutzen hat: Ein Ansprechpartner kann unterschiedliche Systeme verstehen, Störungen einschätzen und Probleme lösen.

Was wird daraus?
Eine Botschaft, die nicht mehr lautet: «Ich bin flexibel, schneller und besser.»
Sondern sinngemäss: «Ich verstehe unterschiedliche Systeme und kann auch komplexe Störungen zuverlässig einordnen und lösen.»

Die Botschaft lag nicht fertig in seiner Geschichte. Sie wurde sichtbar, als wir seine Geschichte aus der Perspektive seines Kunden betrachtet haben.

Für viele Menschen ist ihre berufliche Geschichte gar keine «Geschichte»

Sie ist ihr Alltag, ihre Erfahrung, das, was sie seit Jahren tun. Gerade deshalb fällt es schwer zu erkennen, was daran für andere interessant und relevant ist.

Wie soll meine Botschaft klingen?

Eine Botschaft kann sachlich, persönlich, direkt oder erzählerisch formuliert sein. Entscheidend ist, dass Sprache und Ton zur Botschaft und zu den Menschen passen, die sie erreichen soll. Auch Bilder, Gestaltung und die Struktur einer Website tragen dazu bei, wie eine Botschaft wahrgenommen wird. Erst wenn klar ist, was gesagt werden soll, lässt sich entscheiden, welche Form dafür geeignet ist.

Mit den passenden Werkzeugen wird Ihre Botschaft gehört.

Wie daraus eine Website entsteht, die Ihre Geschichte sichtbar macht und die richtigen Menschen erreicht, erfahren Sie in meinem Angebot.

Fazit: Die Geschichte ist kein Selbstzweck

Eine Website aufzubauen, ohne zu wissen, was sie eigentlich sagen soll, kann deshalb scheitern. Denn ohne klare Botschaft fehlt nicht nur dem Design die Richtung – auch die Geschichte kann ihre Funktion nicht erfüllen.

Die Geschichte des Technikers oder eines Unternehmens ist kein Selbstzweck. Nicht die Geschichte selbst steht im Mittelpunkt, sondern der Besucher und sein Anliegen. Sie soll ihm helfen zu verstehen: Warum ist dieser Anbieter für mein Problem der Richtige?

Eine Geschichte wird nicht dadurch zur Botschaft, dass sie erzählt wird. Sie wird zur Botschaft, wenn sie für jemanden anderen etwas verständlich macht.